Konsequent in Verantwortung
Wer Kunststoffe verarbeitet, sollte sich auch für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Werkstoff der Gegenwart engagieren. Dieser Auffassung folgt die Unternehmerfamilie Röchling und hat ihre gemeinnützige Stiftung nun ganz auf das Thema Kunststoff & Umwelt ausgerichtet. Die Röchling Stiftung unterstützt weltweit die Suche nach Lösungen für eine drängende globale Herausforderung.

Im Jahr 1990 rief die Familie Röchling die Röchling Stiftung ins Leben. Ziel der Stiftungsgründung war und ist es bis heute, die Aktivitäten zur Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmerfamilie in einer gemeinnützigen Organisation zu bündeln. Um eine kontinuierliche Arbeit für das Gemeinwohl zu gewährleisten, hat die Familie ihre Stiftung mit Anteilen an dem Unternehmen ausgestattet.

Die Röchling Stiftung firmiert in der Rechtsform einer GmbH und ist von der zuständigen Finanzverwaltung als gemeinnützig anerkannt. Sie operiert rechtlich und organisatorisch vollkommen unabhängig von den Unternehmen der Röchling-Gruppe. Gleichwohl darf sie als wichtiger Teil der Bemühungen der Unternehmensgesellschafter um ein nachhaltiges Handeln verstanden werden.

Vom Förderer zum Change-Manager
War die Röchling Stiftung in früheren Jahren auf unterschiedlichen Handlungsfeldern als Förderer von Wissenschaft und Zivilgesellschaft aktiv, fokussiert sie sich seit 2015 zunehmend auf die Zukunftsherausforderung Kunststoff & Umwelt. Seit Beginn des Jahres 2018 konzentriert sie sich ausnahmslos auf diesen Bereich.

Zugleich verlässt die Röchling Stiftung auch zunehmend ihre Rolle als reine Fördermittelgeberin. Sie versteht sich vielmehr als Change-Managerin, die relevante Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft zusammenführt, um gemeinsame Lösungen für das globale Problem der Umweltbelastungen durch Kunststoff zu entwickeln. Sie stiftet Kooperationen.

Die Röchling Stiftung ist davon überzeugt, dass globale und hochkomplexe Herausforderungen nicht durch Einzelmaßnahmen und isolierte Projekte zu lösen sind. Vernetztes Denken und aufeinander abgestimmtes Handeln, über die Grenzen von Organisationen und Sektoren hinweg, sind gefordert.

Gemeinsames Handeln braucht Transparenz
Ein aktueller Beitrag dazu ist die Studie POLYPROBLEM – Herausforderungen, Akteure und Perspektiven. Kein Tag vergeht ohne große Medienberichterstattung über spektakuläre Ideen zur Reinigung der Ozeane, über Initiativen für ein plastikfreies Leben, über neue Erkenntnisse zu Mikroplastik oder Gesetzesvorhaben mit dem Ziel, Einwegplastik zu reduzieren. Was bisher fehlte, war ein ganzheitlicher Blick auf diese komplexe Thematik. Wie hängen die unterschiedlichen Handlungsansätze zusammen? Welche Interventionen sind realistisch? Und welche Prioritäten ergeben sich daraus?

Gemeinsam mit dem renommierten Beratungshaus Beyond Philanthropy hat die Röchling Stiftung das komplexe Themenfeld Kunststoff und Umwelt gründlich durchleuchtet. Den Kern der umfangreichen Recherche bilden Interviews mit nationalen und internationalen Experten. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen verdeutlichen auch einen kritischen Befund: Eine globale und sektorenübergreifende Agenda zur Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Dies steht in deutlichem Gegensatz zu der medialen Aufmerksamkeit, die das Thema derzeit erfährt.

Fördern, was wirklich wirkt
Dieser Erkenntnis folgend, achtet die Röchling Stiftung bei der Auswahl ihrer Förderprojekte konsequent auf einen vernetzten Handlungsansatz der jeweiligen Kooperationspartner.

Im Bereich der wissenschaftlichen Forschung beispielsweise fördert die Röchling Stiftung ein Programm des international anerkannten Kieler Meeresforschungsinstituts GEOMAR, das Master-Studierende aus mehreren Ländern gemeinsam an der Frage forschen lässt, ob Meeresorganismen im Wasser befindliches Mikroplastik auf andere Weise filtrieren als natürlich vorkommende Sedimente.

In Spanien unterstützt die Röchling Stiftung die Biologin Dr. Federica Bertocchini bei ihrer Forschung an der vermuteten Fähigkeit von Wachsmottenlarven, bestimmte Kunststoffe zu zersetzen. An der TU Chemnitz wiederum arbeitet ein weitgehend von der Röchling Stiftung unterstütztes Forscherteam an einer Öko-Zertifizierung von in Industrieanlagen eingesetzten Kunststoffen. Und gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut in Darmstadt entwickelt die Röchling Stiftung eine Plattform, bestehend aus Forschungsinstituten, Industrieunternehmen und Anwendern, auf der Lösungen für eine stoffliche Aufwertung von Rezyklaten gemeinschaftlich entwickelt werden sollen.

Im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung engagiert sich die Röchling Stiftung gemeinsam mit der in Berlin ansässigen Stiftung Bildung. Diese hat einen Wettbewerb für Grundschulen in ganz Deutschland ausgelobt. Die Schüler können mit finanzieller Hilfe der Röchling Stiftung eigene Ideen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Plastik an ihren Schulen umsetzen.

Eine besonders augenfällige Aktivität der Röchling Stiftung ist die Zusammenarbeit mit dem weltweit aktiven Verein One Earth, One Ocean. Mit finanzieller Unterstützung der Röchling Stiftung hat der Verein ein Müllsammelschiff namens SeeKuh entwickelt und erprobt. Im Gegensatz zu den größtenteils utopisch anmutenden Konzepten für eine maritime Müllabfuhr auf hoher See ist die SeeKuh dafür konzipiert, in Ufernähe vor Flussmündungen zu kreuzen, um den Kunststoffmüll abzufangen, bevor er sich im offenen Meer verteilt.

Aktuell finanziert die Röchling Stiftung die Konzeptionsphase für die nächste Stufe des Programms: den SeeElefanten. Dabei geht es um das Verölen von Meeresplastik auf speziell umgerüsteten Schiffen – und damit um nichts weniger als die Klärung der Frage, ob Plastikabfälle auch auf dem Meer künftig als wertvoller Rohstoff betrachtet werden können.

Am Ganges-Delta in Indien arbeitet die Röchling Stiftung zusammen mit der internationalen NGO SOCEO an einem Modell der Abfallwirtschaft, von dem die arme örtliche Bevölkerung leben kann und die zugleich den Eintrag von Plastik in die Umwelt deutlich reduziert.

Dies sind nur einige Beispiele, die insgesamt zeigen: Die Röchling Stiftung widmet sich der globalen Herausforderung ganzheitlich und versucht, gute Lösungen zu einer Wirkungskette zu verbinden.

Der konzentrierte Einsatz der Röchling Stiftung für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Kunststoff ergänzt aus Sicht der Unternehmerfamilie Röchling die Bemühungen der Röchling-Gruppe um ein nachhaltiges Wirtschaften.

Als Anbieter von Produkten aus Technischen Kunststoffen für Industrie und Technik stellen die Röchling’schen Unternehmen keine Produkte her, die unkontrolliert in der Umwelt landen. Umso mehr möchte die Unternehmerfamilie die eigenen Kompetenzen und Ressourcen nutzen, um einen aktiven Beitrag zum Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen zu leisten.

roechling-stiftung.de