Anstiften gegen das Polyproblem

Ein verantwortungsvoller und umweltschonender Umgang mit Kunststoff gehört zu den drängenden, globalen Herausforderungen unserer Zeit. Seit 2018 konzentriert sich die gemeinnützige Röchling Stiftung ganz auf dieses komplexe Thema. Sie unterstützt Forschungsvorhaben und zivilgesellschaftliche Initiativen, die gemeinsam wirkungsvolle Beiträge zu einer Lösung des Problems Kunststoff und Umwelt leisten.

1 Offener Atlantik, von den Kapverden bis zur Karibik
Mikrobiologe Dr. Rüdiger Stöhr von der Umweltorga­nisation One Earth – One Ocean e.V. begleitet das schwimmende Klassenzimmer des OceanColleges über den Atlantik. Auf dem Windjammer lernen die Schülerinnen und Schüler von ihm alles über Plastik in den Meeren. In eigener wissenschaftlicher Arbeit analysieren sie mit Hilfe eines Infrarotspektrometers die auf der Route gesammelten Wasserproben auf Mikroplastik.

2 Madrid, Calle Ramiro de Maeztu
Am Zentrum für biologische Forschung (CIB) in der spanischen Hauptstadt Madrid setzt Dr. Federica Bertocchini fort, womit sie seit 2017 international für Aufsehen sorgt: Sie erforscht die Fähigkeit der Wachsmottenlarve, bestimmte Kunststoffe rückstandsfrei zu zersetzen.

3 Indien, Sundarbans, Westbengalen
An der Grenze zu Bangladesch entstehen in den Sundarbans, den größten geschützten Mangrovenwäldern der Erde, in den örtlichen Kommunen Müllsammelstellen. Hier können die örtlichen Müllsammler ihre „Beute“ abgeben. Der Abfall wird vorsortiert und an Recycling­firmen im Hinterland verkauft. Eine Art genossenschaft­liches Abfallwirtschaftssystem entsteht.

4 Kalkscheune, Johannisstraße, Berlin-Mitte
Entscheider aus der Kunststoffindustrie, dem Handel, der Wissenschaft und den wichtigsten Umweltschutz­organisationen treffen sich zum Stakeholder-Dialog. Ziel der Zusammenkunft: Aus den vielen Aktivitäten für weniger Kunststoff in der Umwelt soll eine gemeinsame, abgestimmte Agenda entstehen. Mehr Wirkung durch gemeinsames Handeln.

Was all diesen Orte, Menschen und Aktivitäten gemeinsam ist? Sie werden von der Röchling Stiftung unterstützt.
„Für das Problem Kunststoff und Umwelt gibt es nicht den einen Lösungsweg. Die Herausforderung besteht darin, wirkungsvolle Ansätze intelligent miteinander zu verbinden“, erläutert Annunziata Gräfin Hoensbroech, die das Kuratorium der Röchling Stiftung als Vorsitzende anführt.

Nach ihrer Beobachtung fehlt es nicht an Aufmerksamkeit für das Thema. Im Gegenteil. Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastikmüll führt täglich zu neuen Schlagzeilen, sei es über spektakuläre Ideen zur Säuberung der Ozeane, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Mikroplastik oder Verbote von Einwegartikeln in immer mehr Staaten. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft zu vielfältigen Initiativen. Das Problem: Sie sind meistens nicht aufeinander abgestimmt, es fehlt ein gemeinsames Verständnis über ein gemeinsames Vorgehen.

„Auch der Kampf gegen den Klimawandel läuft unbefriedigend. Aber hier gibt es inzwischen mit der Zwei-Grad-Marke zumindest ein globales Ziel. Eine globale Plastik­agenda ist hingegen noch nicht einmal in Sicht“, stellt die Kuratoriumsvorsitzende fest. Um darauf zu reagieren, investiert die Röchling Stiftung nicht bloß in einzelne Projekte und Initiativen, sondern sieht sich zunehmend in der Rolle der Kooperationsstifterin. Als unabhängige und gemeinnützige Stiftung möchte sie einen Beitrag dazu leisten, dass sich beispielsweise Bildungsinitiativen zur Veränderung des Verbraucherverhaltens, Bemühungen der Industrie um eine verbesserte Kreislaufwirtschaft und die Erforschung neuer Materialien wechselseitig verstärken.

„Mit Einzelaktivitäten, mögen sie für sich betrachtet noch so gut sein, ist komplexen, globalen Problemen nicht wirkungsvoll zu begegnen“, ist Gräfin Hoensbroech überzeugt. Wenn sie und ihre Mitstreiter im Stiftungs­kuratorium über die finanzielle Unterstützung eines Vorhabens entscheiden, stellen sie daher immer die Frage, ob und wie die Initiatoren mit anderen Organisationen zusammenarbeiten – am besten über die Grenzen von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft hinaus.

5 Mainz, Deutschland, Stadtteil Zahlbach
An der Grundschule an den Römersteinen frühstücken die Kinder verpackungsfrei. Das haben sie selbst beschlossen. Auf einer Kinderkonferenz haben sie sich gewünscht, dass die Erwachsenen sensibler mit der Umwelt umgehen. Eine Umweltpädagogin wird das Engagement der Mainzer Grundschulkinder nun unterstützen. Eine von vielen Aktionen, die im Rahmen des Programms „Ein Kreislauf für Kunststoff: Eure Ideen – unsere gemeinsame Zukunft!“ an Grundschulen in ganz Deutschland über die Bühne gehen.

Das Programm haben die Stiftung Bildung und die Röchling Stiftung gemeinsam ins Leben gerufen. Die Stiftung Bildung bringt ihre Kompetenz in Sachen Jugend­beteiligung ein und aktiviert ihr Netzwerk, über das sie nahezu alle Grundschulen und Kitas in Deutschland erreichen kann. Die Röchling Stiftung steuert neben Geld vor allem ihre Erfahrung aus vielen Projekten zum Thema Kunststoff und Umwelt bei.

In den kommenden Monaten und Jahren möchte die Röchling Stiftung ihr Netzwerk systematisch erweitern und sucht auch nach weiteren Bündnispartnern, die bereit sind, gemeinschaftlich in den Aufbau einer globalen Kunststoffagenda zu investieren.

 
 

Annunziata Gräfin von und zu Hoensbroech

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