Starkes Netzwerk, starke Standorte

Investitionen in großem Umfang haben in den vergangenen zwölf Monaten den Bereich Medical der Röchling-Gruppe geprägt. Mit Unternehmensakquisitionen und dem Ausbau bestehender Standorte hat Röchling seine Wachstumsstrategie konsequent weiterverfolgt. Ein starker dritter Bereich, neben Industrial und Automotive, soll das Unternehmen unabhängiger von konjunkturellen Entwicklungen machen. Die Medizintechnik bietet hier eine langfristige und über­proportionale Wachstums­perspektive.

„Wir erarbeiten uns ein Netzwerk an Unternehmen, die uns eine gute Basis für eine stabile Unternehmensentwicklung in der Zukunft geben“, sagt Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, CEO der Röchling-Gruppe und verantwortlich für den Bereich Medical. Die Medizintechnik gehört zu den hochinnovativen und stark wachsenden Bereichen: Um Gesundheit geht es immer, vor allem in einer Zeit, in der die Bevölkerung immer älter wird. Außerdem ist es in vielen Bereichen der Medizin möglich, traditionelle Materialien wie Metalle durch Hightech-Kunststoffe zu ersetzen. Hier punktet Röchling mit seiner Werkstoffkompetenz. Darüber hinaus bietet Röchling Medical mit den sechs Standorten auf drei Kontinenten seinen Partnern bereits heute eine globale Präsenz mit einem breiten Portfolio an technologischen Kompetenzen.

Röchling Medical Lancaster ergänzt Netzwerk
Im Juni 2018 erwarb Röchling Medical Rochester den amerikanischen Medizintechnik-Spezialisten Precision Medical Products, Inc., (PMP) mit Sitz in Denver/Pennsylvania, der seitdem unter dem Namen Röchling Medical Lancaster firmiert. Das Unternehmen hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in der Herstellung von medizinischen Geräten und fast 100 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Nadeln und anderen präzisionsgefertigten Metallprodukten. Zu den Produkten gehören Autoinjektoren (Spezialspritzen für den allergischen Schock), Medizinprodukte (minimalinvasive Instrumente für die Augenchirurgie), Bifurkationsnadeln (Spezial­nadeln für Impfungen und Allergietestung) und Spezialspritzen für Knochenzement. Die Fähigkeit, hochwertige Präzisionsteile mit extrem engen Toleranzen herzustellen und anspruchsvolle Projekte in höchster Qualität umzusetzen, hat in der Vergangenheit zu einem signifikanten Wachstum geführt.

Lewis H. Carter, Director Business Unit Medical North America, unterstreicht, dass sich die Unternehmen Röchling Medical Rochester und Röchling Medical Lancaster hervorragend ergänzen. „Die Verbindung unserer Spritzgussexpertise mit dem Know-how von PMP in der Metall- und Feinpräzisionstechnologie ermöglicht es uns, den Medizintechnikherstellern in Nordamerika ein breiteres Leistungsspektrum als bisher anzubieten“, so Carter. Man werde bestehende Kunden optimal bedienen und neue Märkte erschließen.

Verstärkung durch FRANK plastic
Bei den Akquisitionsentscheidungen spielt für Röchling vor allem auch eine Rolle, dass sich die neuen „Familienmitglieder“ gut in die Gruppe integrieren lassen. Als mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen war PMP genau ein solcher Fall – wie auch die FRANK plastic AG mit Sitz in Waldachtal in Baden-Württemberg, die Röchling wenige Wochen später erwarb. „In puncto Größe, Ausrichtung, technischer Kompetenz und kultureller Prägung passt die FRANK plastic AG sehr gut in die Röchling-Gruppe“, sagt CEO Knaebel. Das sieht Dr. Christian Holzherr, der FRANK plastic auch nach der Übernahme durch Röchling weiter vorsteht, genauso: „Ich bin überzeugt, dass wir auf unserem eingeschlagenen Wachstumspfad in der Röchling-Gruppe erfolgreich weiter voranschreiten werden.“

Die FRANK plastic AG ist ein traditionsreiches, 1940 gegründetes Familienunternehmen in Waldachtal nahe Freudenstadt im Schwarzwald. In den vergangenen Jahren hat es sich konsequent vom Anbieter für verschiedene Industriebranchen zu einem Hersteller mit Schwerpunkt Medical und für ausgewählte Industriesegmente entwickelt. Im Medizintechnikbereich beliefert FRANK plastic unter anderem die Segmente Kardiologie, Infusion, Angiografie (CT/MRT), Chirurgie und Ophthal­mologie. Der Industriebereich des Unternehmens versorgt ausgewählte Marktsegmente mit Extrusionsprofilen, anspruchsvollen Spritzgussteilen sowie Ventilen, Durchflussmessern und Armaturen. Hier kommt es nun zu einer engen Zusammenarbeit mit Röchling Industrial.

Neubau in Neuhaus
Eine wichtige Basis für zukünftiges Wachstum im Unternehmensbereich Medical hat die Röchling-Gruppe mit einer ihrer größten Einzelinvestitionen in einen bestehenden Standort geschaffen: 35 Millionen Euro wurden in den Standort Neuhaus am Rennweg in Thüringen investiert – und damit etwa 70 neue, moderne Arbeitsplätze mit einem hohen Automatisierungsgrad für Fach- und Führungskräfte geschaffen. In dem im April 2018 eröffneten Produktionsgebäude werden unter modernsten Reinraumbedingungen in der Klasse GMP C (circa 1.100 Quadratmeter) und der Klasse GMP D (circa 500 Quadratmeter) Primärpackmittel für pharmazeutische Produkte, zum Beispiel für Inhalatoren, hergestellt. GMP steht für Good Manufacturing Practice.

Damit hat Röchling Medical nicht nur seine Kapazitäten für die Herstellung von Primärverpackungen für die Pharma- und Diagnostikindustrie deutlich ausgebaut. Röchling Medical Neuhaus stärkt überdies seine Marktposition, indem es sich als strategischer Partner für ganzheitliche Verpackungssysteme positioniert. Das Unternehmen beliefert seine Kunden seit Jahren sehr erfolgreich mit einer breiten Palette an Flaschen und Containern. Jetzt bietet der Standort in Neuhaus seinen Kunden von der Flasche über den Verschluss bis hin zur Applikationshilfe Gesamtsysteme an und baut so die Geschäftsbeziehungen weiter aus.

Smart Factory in Brensbach
In Brensbach im Odenwald hat Röchling sein beste­hendes Werk ebenfalls erweitert und modernisiert. Seit Oktober 2018 wird nun auch in hygienesensiblen Bereichen der GMP-Klasse C produziert. Die bestehende Reinraumfläche wurde modernisiert sowie auf 2.000 Quadratmeter erweitert und somit nahezu verdoppelt. Die Investitionen beliefen sich auf 7,2 Millionen Euro, die insbesondere auch darauf abzielten, den Standort Brensbach konsequent auf Medizintechnik und Pharma auszurichten und ihn zukunftsfähig zu machen.

Röchling Medical stellt am Standort Brensbach seit dem Jahr 2008 hochpräzise Kunststoffprodukte her. „Unsere Produkte werden in innovativen Verabreichungs- und Primärverpackungssystemen, chirurgischen Instrumenten und Diagnoseeinwegartikeln verwendet“, erläutert Joachim Lehmann, Director Business Unit Medical Europe. Die Herstellung findet in Reinräumen der ISO-Klasse 7 und ISO-Klasse 8 nach DIN EN ISO 14644 statt. Der neue Reinraum entspricht erstmals den erhöhten Anforderungen nach GMP-Klasse C. Um ein Höchstmaß an Flexibilität zu erreichen, hat Röchling Medical für den Neubau ein Konzept implementiert, das es ermöglicht, Spritzgieß- und Montageanlagen komplett in den Reinraum zu integrieren. Auch das Thema Smart Factory fand Berücksichtigung. Alle Logistik-, Fertigungs- und Gebäudetechnik-Systeme sind miteinander vernetzt. Damit können auftretende Störungen frühzeitig oder sogar vor deren Eintreten erkannt und behoben werden. Darüber hinaus werden Daten zur Reinraumqualität, zum Energieverbrauch, zum Intralogistiksystem sowie zur zentralen Kunststoffgranulatversorgung permanent erfasst und visualisiert.

Röchling Medical hat im Jahr 2018 investiert, um seine Leistungsfähigkeit für die Kunden noch weiter zu er­höhen und damit auch die Marktposition zu stärken. Den Kunden zuverlässig mit exzellenter Produktqualität zu versorgen wird auch in Zukunft die wesentliche Triebfeder für alle Mitarbeiter sein.

 
 

Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel

Röchling Group, President & CEO

CEO Medical

Phone: +49 621 4402-295

hp.knaebel@roechling.com