Die nächste steife Brise kann kommen

Wer an der Nordsee einmal einen Herbststurm miterlebt hat, weiß, wie stark einem der Wind um die Ohren pfeifen kann. Wind ist Power. Und die macht man sich bei Windkraftanlagen zunutze. Allerdings müssen solche Anlagen dieser Kraft auch standhalten. Gefragt ist eine zuverlässige und leistungsfähige Technik. Führende Hersteller setzen in ihren Rotorblättern deshalb pultrudierte Profile von Röchling ein. Damit sind sie für die nächste steife Brise gewappnet.

Eigentlich sieht man Rotorblättern ihre Belastung gar nicht an. Von Weitem fällt in der Regel nur ihr gleichmäßiges Drehen auf. Aber der Schein trügt: Windgeschwindig­keiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde, Blattspitzen­geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometer, starke UV-Strahlung und Witterungseinflüsse stellen an die Rotorblätter hohe Anforderungen. Ingenieure und Techniker müssen sie daher so planen und konstruieren, dass sie auch bei starker Beanspruchung leistungsfähig, zuverlässig und betriebssicher sind. Eine wichtige Komponente dafür kommt von Röchling aus Haren.

Stabilisierendes Element
Führende Hersteller von Windkraftanlagen setzen pultrudierte Profile für sogenannte Rotorblattgurte aus carbon- (CFK) oder glasfaserverstärktem (GFK) Duro­stone® von Röchling ein. Rotorblattgurte werden auf der Innenseite der Rotorblätter als stabilisierendes Element eingesetzt und nehmen extreme Zugkräfte auf. Damit reduzieren sie die Durchbiegung der Rotorblätter unter hoher Windlast und tragen zur Betriebssicherheit und Leistungsfähigkeit der Anlagen bei.

„Um die Eigenschaften der Glas- oder Carbonfasern optimal zu nutzen, verarbeiten wir sie zu pultrudierten Profilen, die mehrere Hundert Meter lang sind“, berichtet Hans-Jürgen Geers, General Manager Technology and Marketing Business Unit Composites bei Röchling Indus­trial. Die Profile werden für den Transport aufgerollt und später vom Kunden auf die passende Länge für das jeweilige Rotorblatt zugeschnitten. Ein solches Profil ist nur 50 bis 200 Millimeter breit. Mehrere dieser Profile werden zu einem sogenannten Gurt neben- und übereinandergelegt und dann auf der Innenseite mit dem Rotorblatt zu einer Einheit verklebt. Damit kann die nächste steife Brise kommen.

 
 

Hans-Jürgen Geers

Röchling Industrial, General Manager Technology and Marketing, Business Unit Composites

Phone: +49 5934 701-226

hans-juergen.geers@roechling-plastics.com

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