All-in-one-Paket für das Frontend

Ein Bauteil, mehrere Funktionen: Der Trend im Automobilbau geht zum Modul. Das gilt auch für die Fahrzeugfront. Als anerkannter Spezialist für Luftklappensysteme hat Röchling Automotive nun einen Meilenstein auf dem Weg zum Modullieferanten erreicht.

„In Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller Ford Motor Company haben wir ein vollflächiges Luftklappensystem in den Frontendträger des neuen Ford Focus integriert“, berichtet Peter Dill, Director Product Area Aerodynamics bei Röchling Automotive. Das System, das bereits in Serie gegangen ist, dient als Basis für die Vormontage des Frontmoduls.

Das vollflächige Luftklappensystem von Röchling Automotive ist schon seit 2011 im Ford Focus im Einsatz. Allerdings wurde es als Einzelsystem und nicht struktur­integriert in den Frontendträger eingebaut. Durch die Integration des sogenannten Full Face Shutter in den Frontendträger fallen nun zusätzliche Bauteile und Arbeitsschritte weg. Darüber hinaus haben Windkanaltests ergeben, dass mit der neuen Lösung eine optimierte Abdichtung erreicht wird.

Komplexität stark reduziert
Bei der kompletten Neuausrichtung des Frontend wurde der Kühlerrahmen so ausgelegt, dass sich unterschiedlich große Kühlpakete integrieren lassen. Ein einziges Bauteil ist somit für den Einsatz in verschiedenen Modellvarianten geeignet, was die Komplexität stark reduziert. Als integrales Strukturbauteil ist der Full Face Shutter in der Lage, bei einem Unfall die zu erwartenden Kräfte aufzunehmen und weiterzuleiten. Sämtliche sicherheitsrelevanten Anforderungen, wie das Crash-Verhalten oder der Fußgängerschutz, lassen sich somit erfüllen. Die optimale Energieabsorption hat nicht zuletzt eine günstigere Versicherungseinstufung zur Folge. Das bedeutet, dass Ford-Kunden auch finanziell von der sicherheitstechnischen Optimierung der Front des Ford Focus profitieren.

In das System sind noch weitere Bauteile integriert, wie etwa Halterungen für die Scheinwerfer und Crash-Sensoren mit der dazugehörigen Verkabelung. „Eine besondere Herausforderung stellte die Führung des Motoransaugluftkanals um das ebenfalls integrierte zentrale Haubenschloss dar. Nach intensiven Simulationen konnten wir die Umsetzung allerdings sicherstellen“, sagt Dill.

Mit dem neuen Konzept hat sich Röchling Automotive auf unbekanntes Terrain gewagt und ist dafür belohnt worden. Mehrere Kunden zeigen bereits Interesse an der Integration des Luftklappensystems in den Frontendträger, da es sich um eine evolutionäre Entwicklung im Frontbereich handelt, die auch kurzfristig gut in bestehende Plattformen integriert werden kann. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Frontendmodullieferanten gemacht haben und bedanken uns bei Ford für die sehr gute Zusammenarbeit“, so Dill.

 
 

Peter Dill

Röchling Automotive

Director Product Area Aerodynamics

Phone: +49 841 953 59-10

peter.dill@roechling-automotive.de