Aerodynamik funktioniert nur ganzheitlich

Aerodynamisch optimierte Fahrzeuge – in der Autoindustrie ist dies eines der wichtigen Themen. Denn weniger Luftwiderstand, zum Beispiel durch ein stromlinienförmiges Design, bedeutet weniger Spritverbrauch und dadurch geringere Emissionen. Röchling Automotive begleitet seine Kunden im Bereich der Widerstandsreduktion mit innovativen Kunststofflösungen.

Gefragt ist an erster Stelle ein ganzheitlicher Ansatz, der vom Design der Außenflächen über den Unterboden bis hin zu aerodynamisch aktiven Bauteilen reicht. „Nur im Zusammenspiel lässt sich das gesamte Potenzial nutzen“, sagt John Bednarchik, Product Manager Aerodynamics bei Röchling Automotive. Das gilt auch für die aerodynamischen Bauteile als solche, die ebenfalls ganzheitlich als System entwickelt werden, um günstige Wechselwirkungen zu erzielen.

Werden beispielsweise steuerbare Luftklappensysteme (Active Grille Shutter) gemeinsam mit Unterbodensystemen entwickelt, hat dies positive Auswirkungen auf die Aerodynamik. Studien des Röchling Automotive-Teams in Worms zeigen, dass eine günstige Wechselwirkung von Active Grille Shuttern (AGS) mit Unterbodensystemen den Luftwiderstand um 35 Punkte verbessert. Werden auch noch die Fahrzeugaußenflächen zusammen mit den AGS und den Unterbodensystemen entwickelt, erhöht sich die Aerodynamik zusätzlich. Fest steht: Die AGS beeinflussen die Strömung rund um das Fahrzeug maßgeblich. Gleiches gilt für den aktiven Frontspoiler von Röchling Automotive, der eingefahren im Fahrzeug andere aerodynamische Auswirkungen hat als im aus­gefahrenen Zustand.

Um jeden möglichen Punkt in Sachen Luftwiderstand herauszuholen, sind ständige Tests unverzichtbar. Das kostet Zeit. Daher setzen die Automobilbranche und ihre Zulieferer – wie viele andere Industrien auch – auf computergestützte Tools (s. Bericht „Strömungsoptimierter SUV aus dem Computer“, klicken Sie unten auf „Nächster Beitrag“). Diese sind Simulationen der realen Welt und beinhalten sowohl physikalische als auch analytische Möglichkeiten. Simuliert werden beispielsweise Windkanäle mit statischen und rollenden Bodenebenen. Strömungsdynamiken werden analysiert und optimiert. Komponenten und Systeme lassen sich in verschiedenen Druckkammern auf Dichtigkeit prüfen – alles virtuell. „Sämtliche aerodynamischen Tools haben ihre Stärken und Schwächen“, sagt Bednarchik. Der Trend scheint aber dahin zu gehen, statt Windkanalmodellen verstärkt Strömungsdynamikmodelle zu nutzen, sogenannte Computational-Fluid-Dynamic-Tools (CFD). Das könnte eine Zeit- und Kostenersparnis bringen. Dem Aerodynamik-Fachmann Bednarchik ist eines aber wichtig: „Ganz gleich, wie effizient das System ist, das wir nutzen – wir müssen immer daran denken, dass die Aerodynamik von Fahrzeugen als ganzheitliches System wirkt. Alle aerodynamischen Merkmale sind voneinander abhängig.“

 
 

John Bednarchik

Röchling Automotive

Product Manager Aerodynamics

Phone: +1 248 837-1904

john.bednarchik@roechling-automotive.us

© kloromanam — shutterstock.com