RÖCHLING STIFTUNG
 

PATENSCHAFT FÜR TRAUMATISIERTE KINDER

In engem Kontakt mit den Menschen und ihren Bedürfnissen zu agieren – das ist ein Grundsatz der Röchling Stiftung. Dazu trägt auch die Beziehung zwischen dem Stiftungskuratorium und den unterstützten Organisationen bei: Jedes Projekt wird von einem Kuratoriumsmitglied als Pate begleitet. Ein Beispiel für eine solche, im Stiftungssektor außergewöhnliche Zusammenarbeit, ist die Traumabetreuung von Kindern.

Die Röchling Stiftung unterstützt eine Initiative des Bayerischen Roten Kreuzes, in deren Rahmen die Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten eine kostenlose Fortbildung zum Thema Traumapädagogik erhalten. Die Initiative hilft, den besonderen Bedürfnissen traumatisierter Flüchtlingskinder kompetent zu begegnen.

Menschen, die in Deutschland Schutz gefunden haben, sind Krieg, Vertreibung und Hungersnot zunächst nur physisch entkommen. Mental haben diese Menschen – unter ihnen viele Kinder – mit posttraumatischen Folgen der erlebten Grausamkeiten zu kämpfen. Die Mitarbeiter hiesiger Betreuungseinrichtungen trifft das oftmals unvorbereitet.

„Traumatisierte Kinder benötigen dringend Begegnungen und Räume, in denen sie sich geschützt und sicher fühlen, um die Schreckenserlebnisse verarbeiten zu können“, sagt Regina Michaelis-Braun, Mitglied des Kuratoriums der Röchling Stiftung. Sie begleitet das Projekt als Patin und weiß, wie wichtig eine angemessene pädagogische Betreuung für die seelische Heilung ist – sie stellt damit die Chance auf Integration der traumatisierten Kinder dar.

Kinder, die Krieg und Gewalt erlebt haben, zeigen sich zumeist besonders ängstlich, traurig, schreckhaft, aggressiv oder ziehen sich völlig zurück. Auch körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Kopfschmerzen sind keine Seltenheit. „Wenn keine professionelle Behandlung erfolgt, kann das hochbelastete Kind keine gesunde Beziehung aufbauen, erlebt Unverständnis in Begegnungen“, erläutert Patin Michaelis-Braun. „Je mehr die Stabilität, die seelische Widerstandskraft und die Fähigkeit zur Selbstregulation der Gefühle wiederhergestellt sind, desto aufnahmefähiger sind die Kinder für den Spracherwerb. Und der ist extrem wichtig, um sich auf eine neue, völlig andere Kultur und Umgebung einstellen zu können. Damit entsteht auch für die Solidargemeinschaft eine Entlastung.“

Gerade Kindertageseinrichtungen leisten eine wichtige Unterstützung bei der Eingewöhnung und Integration von zugewanderten Familien. Sie geben den Kindern verlässliche Strukturen, Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit. Oft sind sie auch der erste Berührungspunkt mit der deutschen Sprache und Kultur. Je früher traumatisierte Kinder in ihrem Heilungsprozess unterstützt werden, desto eher erhalten sie die Chance auf eine gesunde und glückliche Kindheit.

Gezielte Stärkung von Multiplikatoren
Die Röchling Stiftung begleitet deshalb diese Qualifizierungsinitiative des Bayerischen Roten Kreuzes in zwei Projekten mit jeweils drei Fortbildungsdurchgängen und investiert dafür insgesamt 120.000 Euro.

Das Beispiel veranschaulicht die Strategie der Röchling Stiftung. Durch die gezielte Stärkung der Kompetenzen von Multiplikatoren – in diesem Fall der Kita-Erzieherinnen – will die Stiftung Strukturen verändern und so die Lebenschancen benachteiligter Menschen nachhaltig verbessern. Die Röchling Stiftung setzt sich in den Bereichen Kunststoff und Umwelt sowie Engagement und Kompetenz ein. Darüber hinaus liegt ihr die Förderung individueller Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ebenso am Herzen wie interdisziplinäre wissenschaftliche Plattformen – seien es Publikationen, Podiumsdiskussionen, Dialoge oder Forschungsprojekte.

Vom Patenmodell – also der partnerschaftlichen Begleitung der Projekte durch ein Mitglied des Stiftungskuratoriums – profitieren beide Seiten. Die Stiftung erhält einen besseren Einblick in die Projektarbeit, und die unterstützten Organisationen können jederzeit Rat und Hilfe erwarten, die über die finanzielle Zuwendung hinausgeht.

Offenes Ohr für die Menschen
Dieses moderne Prinzip steht auf der Grundlage einer langen Tradition. Unternehmerische Verantwortung beinhaltet für die Familie Röchling seit jeher auch soziale Verpflichtung. Bereits im 19. Jahrhundert errichtete die Unternehmerfamilie unter anderem eine Säuglingsfürsorge, einen Kindergarten und erschwinglichen Wohnraum für ihre Mitarbeiter und deren Familien. Für die Mitarbeiter und die Bevölkerung an den Unternehmensstandorten ein offenes Ohr haben, miterleben, was sie erleben – nah an den Menschen und ihren Bedürfnissen sein: Das führt die Röchling Stiftung heute mit ihren Projekten und ihrem Patenmodell fort.

www.roechling-stiftung.de

 
 

Regina Michaelis-Braun
Röchling shareholder, member of the Board
of Trustees of the Röchling Foundation
and sponsor of the “Trauma Pedagogy” project
Phone: +49 621 4402-0
info@roechling-stiftung.de

Photo © Stefan Nimmesgern, München/Berlin