WASSER VERSUS BENZIN

Das Prinzip der Wassereinspritzung in den Motor ist für Automobil­hersteller eigentlich ein alter Hut. Aktuell erlebt diese Technologie aber eine regelrechte Renaissance. Grund dafür ist die steigende Nachfrage nach mehr Effizienz: Das Prinzip verspricht erhebliche Kraftstoffeinsparungen und senkt dadurch die CO2-Emissionen oder sorgt für eine Leistungssteigerung. Röchling Automotive kommt diesen Marktanforderungen entgegen und entwickelt ein Komplettsystem der Wassereinspritzung für Ottomotoren.

Kraftstoff sparen und Leistung steigern
Die Funktionsweise der altbekannten Technologie ist simpel, aber hocheffektiv. Herkömmliche Benzinmotoren nutzen Benzin, um den Motor bei hohen Lasten zu kühlen. Die Wassereinspritzung ersetzt, wie der Name schon sagt, den zur Kühlung verwendeten Kraftstoff durch Wasser. Das Wasser wird zusätzlich in die Brennkammer gespritzt. Im Verbrennungsschritt verdunstet die Flüssigkeit komplett und kühlt so den Motor. Im Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP), einem Testverfahren zur Bestimmung der Abgasemissionen und des Kraftstoffverbrauchs in Fahrzeugen, schlägt sich das nicht nur in deutlichen Treibstoffeinsparungen nieder. Auch die CO2-Emissionen sinken im Testzyklus. Darüber hinaus verringert sich durch die geringere Temperatur in der Brennkammer die Klopfneigung des Motors im Hochlastbereich und ermöglicht einen früheren Zündzeitpunkt. Folglich wird ein optimierter Betrieb des Benzinmotors ermöglicht.

Aktuell nutzt das System noch destilliertes Wasser. Röchling Automotive arbeitet aber bereits an einer Lösung, die in Zukunft auch mit weichem Leitungswasser auskommt oder über verschiedene andere Kanäle im Fahrzeug mit Regenwasser versorgt wird. „Wir können uns eine ganze Menge an Kombinationsmöglichkeiten der Wassereinspritzung mit unserem langjährig erfolgreichen Luft-Wasser-Management für den Innenraum vorstellen. Es kommt lediglich auf die Anforderungen des jeweiligen Kunden an“, sagt Walter Kral, Head of Product Line Fluid Components & Systems.

Mit Bewährtem Neues schaffen
Röchling Automotive stellt das komplette Wassereinspritzsystem inklusive der Fördermodule bereit. Das beinhaltet neben dem Tank auch das Modul mit Pumpe. Besonders wichtig ist der Wasserbehälter als Herzstück der Lösung. Ingenieure von Röchling Automotive nutzen ihre Erfahrung im Tankdesign, um dessen Form und Kapazität individuell an Herstellerwünsche anzupassen. Dabei nutzen sie den jeweils verfügbaren Bauraum optimal aus und stellen so sicher, dass möglichst selten Wasser nachgefüllt werden muss. Auch bei der Konstruktion selbst können sich die Experten auf ihr Know-how und die fortschrittliche Technik verlassen. So finden die aus den ausgefeilten SCR-Tanks des Unternehmens bekannten Anti-Schwapp-Maßnahmen auch hier Anwendung und erhöhen den Komfort. Einem altbekannten Winterpro­blem rücken die Entwickler ebenfalls mit einer firmeneigenen Lösung zu Leibe: dem Einfrieren des Tanks. Um genügend Wasser auch bei Temperaturen unter null Grad Celsius zur Verfügung stellen zu können, wird oft ein Zusatzheizer benötigt. Der Full-Tank-Heater von Röchling Automotive taut das Wasser über die gesamte Tankfläche mit wenig Energie möglichst schnell auf.

Blick in die Zukunft
„Mit der Wassereinspritzung als Komplettsystem greift Röchling Automotive einer absehbaren Entwicklung vor, denn die Nachfrage nach sauberen, effizienten Fahrzeugen mit Ottomotor wird künftig steigen“, sagt Vincent Mauroit, General Manager Innovation & Business Development. Mit seinen Systemlösungen geht das Unternehmen die Herausforderungen der Zukunft aktiv an und erschließt gleichzeitig neue Marktsegmente. Die Markteinführung der Wassereinspritzung ist für das Jahr 2020/2021 geplant.

 
 

Walter Kral
Röchling Automotive
Head of Product Line Fluid Components & Systems
Phone: +39 0471 958-355
walter.kral@roechling-automotive.it

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