Unternehmensbereich Industrial
Porträt 

Das Beste auf Lager

UNTERNEHMENSBEREICH INDUSTRIAL:
Weit weg, nah dran – Röchling und sein Partner Dotmar in Australien

Einmal um die halbe Welt – so weit ist Haren, ein Standort des Unter­nehmensbereiches Industrial, vom australischen Sydney entfernt. Dort, in Down Under, ist der Röchling-Kunde Dotmar Engineering Plastics zuhause. Größer kann geografische Ferne kaum sein. Die Geschäfts­beziehung dagegen zeichnet sich durch besondere Nähe aus.

Dotmar feierte im Jahr 2017 sein 50-jähriges Bestehen. In den vergangenen Jahrzehnten ist eine enge Verbindung zwischen den Unternehmen entstanden. Unter den Zerspanern und Händlern technischer Kunststoffe in Australien und Neuseeland hat sich Dotmar zur Nummer eins entwickelt, und die Halbzeuge von Röchling sind für einen Großteil dieses Erfolges verantwortlich. Das Unternehmen beschäftigt circa 110 Mitarbeiter an acht Standorten.

„In enger Zusammenarbeit mit uns erarbeitet Röchling neue Lösungen für unsere Kunden. Wir bieten ihnen technische Unterstützung auf einem viel höheren Niveau als unsere Wettbewerber, mit einer Reihe innovativer Entwicklungen, und das ist der Schlüssel für den gemein­samen Erfolg“, sagt Kevin Stainer, Executive General Manager der Dotmar EPP Pty Ltd. Die Endkunden aus verschiedenen Industrien werden bei allen technischen Fragen rund um die Anwendung thermoplastischer Kunststoffe beraten und erhalten ein passgenaues Produkt sowie den ent­sprechenden Service – alles aus einer Hand. Dabei setze man auf langjähriges eigenes Know-how und starke Partnerschaften mit weltweit führenden Herstellern technischer Kunststoffe, erläutert Stainer. „Zu ihnen gehört allen voran Röchling. Und Röchling bedeutet Qualität – was die Produkte und Systeme betrifft, aber auch was die Mitarbeiter angeht.“

Neue Märkte und Anwendungen
Die über viele Jahre gemeinsam gewachsene Erfahrung und Partnerschaft sei die Grundlage für einen intensiven Austausch von Ideen, die dann in innovative Entwicklungen münden, urteilt Stainer. Beide Unternehmen verfolgen die Strategie, die Bedürfnisse der Endanwender in den spezifischen Industrien im Detail zu verstehen. Was benötigt ein Bergbauunternehmen, auf was kommt es im chemischen Apparate- und Behälterbau an, vor welchen Herausforderungen steht die Transport­industrie? Dotmar ist es in Australien und Neuseeland gelungen, kontinuierlich neue Märkte und Anwendungen anzugehen, in denen herkömmliche Materialien wie Holz, Stahl oder Aluminium durch technische Kunststoffe ersetzt werden.

„Röchling hat uns dabei mit Know-how und innovativen Produkt­ent­wicklungen maßgeblich unterstützt“, berichtet Stainer. „Wir arbeiten Hand in Hand und sind deshalb auch besonders nah an den Kunden dran“, sagt Darryl Johanning und unterstreicht damit die enge Zusam­menarbeit. Johanning ist seit 2012 als National Sales Manager für Röchling in Australien und Neuseeland tätig. Den Markt für Behälterbau hat Dotmar in Jahrzehnten in enger Kooperation mit Röchling auf­gebaut. Auch im Bereich der Auskleidungstechnik, der im rohstoffreichen Australien eine große Rolle spielt, ist Dotmar die Nummer eins. Die Röchling-Marken, wie Polystone® für den Behälterbau und Matrox® für die Auskleidungstechnik, sind auf dem ganzen Kontinent daher bestens bekannt.

Lagerhaltung als Herausforderung
Die ersten Kontakte zwischen den beiden Unternehmen gab es bereits Anfang der 1970er-Jahre mit dem Werkstoff Lignostone®. Damals wie heute bestand für Dotmar eine Herausforderung in der langfristigen Planung: Alleine der Seetransport der Röchling-Produkte von Deutschland nach Australien dauert acht Wochen. „Dotmar musste genau wissen, was drei Monate später am Lager sein sollte“, erinnert sich Willy Bölscher, der damals noch als junger Mitarbeiter im Export und später als Geschäftsbereichsleiter Thermoplaste in enger Zusammen­arbeit mit Dotmar den australischen Markt aufbaute und mittlerweile im Ruhestand ist.

Auch heute ist die Lagerhaltung eine der größten Herausforderungen. Für den Distributeur gilt es, massiv in die Produktbestände vor Ort zu investieren. „Nur dann sind wir gegenüber dem lokalen Wettbewerb und den asiatischen Produktionsstätten konkurrenzfähig“, sagt Stainer. Dotmar hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein sehr gutes Image im Markt aufgebaut. Eines blieb aber immer gleich: das enge Ver­trauensverhältnis und die Nähe zwischen den beteiligten Personen. Auf Röchling-Seite war Willy Bölscher der Mann der ersten Stunde, auf Dotmar-Seite der junge australische Ingenieur Bruce Armstrong. Er kam 1986 das erste Mal nach Haren und reiste mit jeder Menge Eindrücken und neuen Ideen wieder zurück nach Australien. „Er hat in Deutschland gesehen, was man mit Polystone® in der Industrie alles machen kann, und war davon begeistert“, sagt Bölscher.

Offene und transparente Partnerschaft
Über Umwege wurde Armstrong 1994 einer der Eigentümer von Dotmar – und konnte nun seine Ideen umsetzen. Das Unternehmen entwickelte sich rasant. Heute gehört es zur australischen MM Plastics Group. Als Garant für den gemeinsamen Erfolg nennt Bölscher den Transport von Ideen und Anwendungen und vor allem den guten persönlichen Kontakt, nicht nur auf der Management-Ebene. Das sieht Darryl Johanning genauso: „Wir pflegen eine offene und transparente Partnerschaft und haben auf diese Weise ein sehr erfolgreiches gemeinsames Geschäft in diesem Teil der Welt aufgebaut.“