Unternehmensbereich Automotive
Feature 

Schnell, schneller, digital

UNTERNEHMENSBEREICH AUTOMOTIVE:
Wie neue Technologien Arbeitsmethoden und Produktion verändern

Das Rad dreht sich schneller. Die zunehmende Geschwindigkeit ist ein wesentliches Merkmal des digitalen Zeitalters. Zulieferer sind gefordert, rasant neue smarte Systeme, Produkte und Materialien sowie reibungslos funktionierende automatisierte Prozesse und Schnittstellen zu den Automobilherstellern zu kreieren und im Einsatz zu haben. Röchling Automotive optimiert konsequent und kontinuierlich alle Elemente entlang der Wertschöpfungskette – von der Ideenentwicklung über die Entstehung und Herstellung eines Produktes bis hin zu dessen Lebens­ende als Ersatzteil. Dabei digitalisiert sich das Unternehmen zusehends. Hauptakteure im digitalen Transformationsprozess sind die Mitarbeiter, die wertvollste Ressource, die ein Unternehmen hat.

Die von Röchling initiierten digitalen Initiativen führen die Mitarbeiter von Berlin über Tel Aviv ins Silicon Valley. In diesen Ideenschmieden lernen sie das digitale Know-how und den Mut der Start-up-Unternehmen kennen und nehmen beides als Inspiration und Herausforderung mit nach Hause. „Röchling selbst ist natürlich kein Start-up-Unternehmen, aber wir untersuchen unsere Produkte und Prozesse ebenso gründlich und hinterfragen sie genauso tiefgründig, wie das ein Start-up-Unternehmen tut“, sagt Vincent Mauroit, General Manager Innovation & Business Development bei Röchling Automotive.

Konstrukteure rücken nah zusammen
An innovativen Ideen mangelt es Röchling Automotive ebenfalls nicht. Da aber auch die beste Idee nichts nützt, wenn sie niemand kennt, wenn sie nicht aufgegriffen oder wenn sie am Ende schlecht umgesetzt wird, gibt Röchling allen Mitarbeitern weltweit die Chance, ihre Ideen mithilfe moderner digitaler Tools mit Kollegen zu teilen. Gab es früher Konstruktionszeichnungen, werden heute interaktive PDFs verschickt. Mit einem einzigen Klick auf das Einzelteil einer Baugruppe werden sofort alle Teileinformationen angezeigt, die in einem zentralen Datenbanksystem hinterlegt sind. Und es geht auch umgekehrt: Durch den Klick in eine Materialstückliste wird das zugehörige Bauteil in der Konstruktions­darstellung farblich markiert. Mithilfe der intuitiv bedienbaren Software rücken die Konstrukteure frühzeitig und nah zusammen: Sie können sich bereits über ein sogenanntes Minimum Viable Product (MVP) austauschen, also über ein minimal funktionsfähiges Produkt, und gemeinsam weiter­führende Lösungen entwickeln. Dank der digitalen Tools haben die Mitarbeiter zu jeder Zeit und an jedem Ort einen sicheren Zugriff auf alle wesentlichen Daten.

Wie wichtig es bei solchen Kreativitätsprozessen ist, Missverständnisse und Fehlinterpretationen auszuschließen, kann sich auch der Laie vorstellen. Hilfe bietet hier der digitale Stempel, der die Freigabe der Konstruktionselemente steuert. Der Prozess ist reibungsfrei und macht auch noch Spaß. Unabhängig von der genutzten CAD-Software sorgen Konvertierungsserver an allen Entwicklungsstandorten von Röchling Automotive für Einheitlichkeit und Geschwindigkeit. Das Unternehmen treibt so die Digitalisierung im Engineering aktiv voran.

Verstärkter Einsatz von Sensoren und Software
Neue Technologien verändern nicht nur die Arbeitsmethoden eines Automobilzulieferers, sondern auch die Fahrzeuge als solche. Im Zusammenhang mit dem selbstfahrenden Auto sind Sensoren und Software wich­tige Stichworte – sie sind absolut unverzichtbar. Als Systemlieferant setzt auch Röchling Automotive verstärkt auf deren Einsatz. Fahrzeug­sensoren erkennen zum Beispiel, ob die Qualität einer Flüssigkeit gut und ein Tank noch ausreichend gefüllt ist. Ventile an den Behältern reagieren dann auf hohe Temperaturen und öffnen gegebenenfalls einen anderen Weg für Fluide. Software-Updates „over the air“ sorgen dafür, dass die Systeme immer auf dem neuesten Stand sind.

Auf dem Weg zur Smart Factory
Eine Herausforderung ist die Digitalisierung der Produktion, die als Industrie 4.0 bezeichnet wird. Sie soll vor allem dazu beitragen, dass Röchling Automotive schnell auf einen sich verändernden Bedarf reagieren kann – also noch näher am Kunden dran ist. Alle Maschinen in den Röchling Automotive-Werken weltweit haben IP-Adressen, um miteinander zu kommunizieren, und sämtliche Planungen erfolgen bereits automatisch. Röchling Automotive betreibt sogar schon Pilot­werke, die nach Durchleuchtung durch externe Experten als Maβstab bestimmt wurden. Bis Mitte 2019 werden alle Anlagen intelligent, vernetzt und digitalisiert sein. Dann ist die Smart Factory bei Röchling Automotive Wirklichkeit.