Röchling-Gruppe
Unsere Mitarbeiter im Unternehmensbereich Industrial 

Aus der Kleinfamilie in die Großfamilie

RÖCHLING MAYWO
Früher war die Firmenfarbe Grün, heute ist sie Blau. Früher war man eine unabhängige, familiär geführte Firma, heute ist man Teil einer Unternehmensgruppe. Manches hat sich für die Mitarbeiter des Kunststoffverarbeiters Maywo aus dem Allgäu verändert, eines aber nicht: So stolz die Mitarbeiter früher waren, für „die Maywo“ zu arbeiten, so stolz sind sie heute, in Diensten von „Röchling Maywo“ zu stehen.

Die Integration der Maywo GmbH in die Röchling-Gruppe im Jahr 2012 hat aus einer kleinen Familie eine große gemacht. Die Mitarbeiter des Kunststoffverarbeiters sind nun Teil eines weltweit tätigen Familienunternehmens mit einer fast 200-jährigen Geschichte.

Im Fall der Maywo GmbH ist das gelungen, was bei Unternehmens­akquisitionen immer wieder fehlschlägt: Beide Seiten haben profitiert. Nach allgemeiner Einschätzung liegt das vor allem daran, dass während des Verkaufsprozesses und in der Zeit danach das Management ein ganz besonders offenes Ohr für die neuen Mitarbeiter hatte und ganz besonders nah an ihren Bedürfnissen dran war, aber auch an ihren Bedenken.

Überzeugendes Angebot
Das wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen musste aufgrund des Rückzugs der beiden Gesellschafter verkauft werden. Die Mitarbeiter fürchteten um ihre Arbeitsplätze. Bei der Suche nach einem neuen Eigentümer hatte der damalige Maywo-Geschäftsführer schnell das Familienunternehmen Röchling im Blick. Dessen Angebot überzeugte bei genauem Hinsehen am meisten. „Röchling gab zum Beispiel die Zusage, alle Mitarbeiter zu den gleichen Konditionen zu übernehmen und Wachstum anzustreben“, berichtet Florian Helmich, Geschäftsführer von Röchling Maywo seit 2012. Den Worten folgten Taten: Schon drei Monate nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag gab Röchling die erste große Investition frei. „So holt man die Leute ins Boot“, sagt Helmich.

Intensive Überzeugungsarbeit
In dieser Anfangsphase galt es, so offen wie möglich zu kommunizieren. Die Botschaft lautete: Wir bleiben eine Familie und ein Team, haben als Unternehmen aber viel bessere Entwicklungsmöglichkeiten als bisher. „Es war ein hartes Stück Arbeit, alle Mitarbeiter davon zu überzeugen“, berichtet Prokuristin Ingrid Teichmann, die seit 21 Jahren bei Maywo dabei ist. Zu einer Betriebsversammlung reiste der damalige Röchling-Vorstand Ludger Bartels extra aus Mannheim an. „Unsere Mitarbeiter empfanden das als echte Wertschätzung“, sagt die Prokuristin. Kurze Zeit später fuhr die komplette Maywo-Mannschaft für ein Wochenende nach Haren und besichtigte die dortige Produktion. „Da hat sich das Gefühl weiter verstärkt, dass wir tolle Perspektiven haben“, so die Allgäuerin, die das Unternehmen so gut kennt wie kaum ein anderer.

Für Röchling stand fest, dass von Beginn an jemand aus den eigenen Reihen vor Ort sein würde, der die neue Mentalität und die neuen Regeln einbringt, ohne sie den Maywo-Mitarbeitern überzustülpen. Die Wahl fiel auf Helmich, der bei Röchling Industrial in Haren tätig war. Der Emsländer hält mit seiner Meinung selten hinter dem Berg. Er setzte durch, dass Maywo nicht sofort nach der Übernahme umfirmiert wurde. „Wir mussten die Kunden schrittweise überzeugen, dass sich an der gewohnten Maywo-Qualität auch unter Röchling nichts ändert. Wir durften das gute Image nicht verspielen“, erläutert Helmich. Deshalb wurde erst zwei Jahre nach der Übernahme aus Maywo „Röchling Maywo“.

Diskussionen auf Augenhöhe
Im Akquisitionsprozess gelte es, sich in den entscheidenden Dingen auch mal Zeit zu lassen und mit guten Argumenten gemeinsame Positionen zu entwickeln. „Natürlich gibt es Punkte, die für den Käufer nicht verhandelbar sind“, so Helmich. „Aber in anderen Punkten kann man Kompromisse finden.“ Das hat auch Prokuristin Teichmann so erlebt: „Das Röchling-Management hat unsere Meinungen angehört und mit uns auf Augenhöhe diskutiert.“ Heute profitiere man vom Kontakt zu den anderen Röchling-Unternehmen. Der gegenseitige Austausch von Ideen und Know-how auf jeder Ebene sei extrem gewinnbringend. „Auch in Sachen Automatisierung hat Maywo von Röchling eindeutig profitiert“, ergänzt Helmich. Umgekehrt habe die Maywo, die auf die Produktion von Halbzeugen aus thermoplastischen Kunststoffen für Anwendungen in der Tiefziehtechnik spezialisiert ist, dafür gesorgt, dass Röchling nun auch in diesem Bereich am Markt einen Namen hat.

Seit der Übernahme vor fünf Jahren ist die Mitarbeiterzahl von 83 auf 121, der Umsatz von 25 Millionen Euro auf 40 Millionen Euro gestiegen. Der Maschinenpark wurde mit Millioneninvestitionen modernisiert, gerade wird eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen. Investitionsvolumen: fünf Millionen Euro. Röchling hat Wort gehalten: Maywo hat eine gute Zukunft.